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Selbstmedikation: Warum „Das nehme ich immer so“ nicht immer die beste Lösung ist

1,7 Milliarden Packungen freiverkäuflicher Arzneimittel, Medizinprodukte und Gesundheitsmittel wurden 2024 in Deutschland verkauft*. Eine beeindruckende Zahl – und sie zeigt, wie selbstverständlich Selbstmedikation ist.

Vielleicht kennen Sie das auch: Kopfschmerzen, Erkältung, Magenprobleme, Schlafstörungen – vieles lässt sich gut selbst behandeln. Oft routiniert, oft pragmatisch. Doch nur weil etwas „schon immer so“ funktioniert hat, heißt das nicht, dass es auch heute noch die passende Lösung für Sie ist. Routine ersetzt keine fachliche Prüfung.
Und genau dafür sind wir da. Denn „ohne Rezept“ bedeutet nicht „ohne Risiko“.

Selbstmedikation ist sinnvoll – aber nicht automatisch unproblematisch

Rezeptfreie Arzneimittel sind dafür gedacht, bestimmte Beschwerden im Rahmen der Selbstmedikation ohne ärztliche Verordnung zu behandeln. Das heißt jedoch nicht, dass sie für jede Person in jeder Situation geeignet sind. Auch diese Präparate haben:

  • klare Dosierungsgrenzen
  • empfohlene Anwendungszeiträume
  • mögliche Nebenwirkungen
  • Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Gerade weil sie frei erhältlich sind, werden sie mitunter länger oder regelmäßiger eingenommen als vorgesehen – ohne dass noch einmal geprüft wird, ob das für Ihre aktuelle Situation sinnvoll ist.


Wenn aus „ab und zu“ Gewohnheit wird

Ein Mittel, das ursprünglich für einen akuten Anlass gedacht war, wird Teil Ihrer Hausapotheke. Sie kennen es, es hilft – also greifen Sie wieder dazu.

Was dabei leicht übersehen wird: Ihr Körper verändert sich. Beschwerden verändern sich. Vielleicht sind Begleiterkrankungen hinzugekommen oder Sie nehmen inzwischen weitere Medikamente ein. Und manchmal passt die frühere Lösung dann nicht mehr zur aktuellen Lage.


Wechselwirkungen und Vorerkrankungen: der unterschätzte Faktor

Nehmen Sie dauerhaft verordnete Medikamente ein? Oder ergänzen Sie gelegentlich pflanzliche Präparate oder Nahrungsergänzungsmittel? Dann ist es sinnvoll, besonders genau hinzuschauen.

Einzeln betrachtet sind viele Produkte gut verträglich. In Kombination können sie sich jedoch gegenseitig beeinflussen – in ihrer Wirkung oder im Nebenwirkungsprofil. Das ist nicht immer sofort spürbar, kann aber medizinisch relevant sein.

Auch Erkrankungen wie Bluthochdruck, Asthma, Magen- oder Nierenprobleme spielen eine Rolle. Was für eine gesunde Person unproblematisch ist, kann unter bestimmten Voraussetzungen für Sie mit Risiken verbunden sein.


Wann eine Rücksprache besonders sinnvoll ist

Eine kurze Beratung in der Apotheke ist besonders wichtig, wenn:

  • Ihre Beschwerden länger als wenige Tage anhalten
  • Sie ein Arzneimittel regelmäßig benötigen
  • Sie mehrere Medikamente gleichzeitig einnehmen
  • bei Ihnen eine chronische Erkrankung besteht
  • Sie unsicher bei Dosierung oder Anwendungsdauer sind
  • sich Ihre Symptome verändern oder verstärken

Oft reichen wenige gezielte Fragen, um gemeinsam zu klären, ob die bisherige Anwendung noch passt – oder ob eine Anpassung sinnvoll ist.


Grenzen der Selbstmedikation bei rezeptfreien Arzneimitteln

Es gibt klare Situationen, in denen eine ärztliche Abklärung notwendig ist, zum Beispiel bei:

  • starken oder zunehmenden Schmerzen
  • Fieber über mehrere Tage
  • unklaren oder neu auftretenden Symptomen
  • Beschwerden bei Säuglingen, älteren oder chronisch kranken Menschen

In solchen Fällen raten wir in den Kuchler Apotheken bewusst von einer weiteren Selbstbehandlung ab und empfehlen Ihnen, die Beschwerden ärztlich abklären zu lassen.


Das Internet weiß viel – aber nicht alles

Vielleicht sind auch Sie online und in sozialen Medien schon auf Produkte mit spektakulären Gesundheitsversprechen gestoßen: Detox-Kuren, Hormon-Booster, Vitamin-Infusionen für zuhause oder Abnehmprodukte mit fragwürdigen Inhaltsstoffen.

Viele dieser Angebote sind leider nicht evidenzbasiert und/oder erfüllen nicht die erforderlichen Qualitätsstandards. Gesundheitsbezogene Aussagen unterliegen in Deutschland klaren gesetzlichen Vorgaben, die online jedoch nicht immer eingehalten werden.

Dass vermeintlich harmlose Trendprodukte Nebenwirkungen verursachen oder bestehende Therapien beeinträchtigen, erleben wir in der Beratung immer wieder.

Wenn Sie unsicher sind, ob ein solches Produkt sinnvoll oder sicher ist, können Sie uns jederzeit gerne ansprechen.


Unser Beratungsangebot: persönlich, diskret, verantwortungsvoll

Wenn wir nachfragen, geht es uns nicht darum, Sie zu kontrollieren, sondern um Ihre Sicherheit. Darum schauen wir bewusst auf Dauer und Art Ihrer Beschwerden, bestehende Erkrankungen, andere Medikamente und mögliche Gründe für eine ärztliche Abklärung.

Manchmal bestätigen wir Ihre bisherige Anwendung. Manchmal empfehlen wir eine Anpassung. Und manchmal sagen wir klar: Das gehört ärztlich abgeklärt.

Selbstmedikation mit rezeptfreien Arzneimitteln ist ein wichtiger Bestandteil moderner Gesundheitsversorgung – aber sie braucht Begleitung.

Rezeptfrei bedeutet nicht risikofrei. Und „Das nehme ich immer so“ ersetzt keine aktuelle fachliche Einschätzung.

Bei uns in den Kuchler Apotheken nehmen wir uns Zeit für genau diese Einordnung. Wer bei uns ein freiverkäufliches Arzneimittel bekommt, erhält mehr als eine Packung. Sie erhalten Beratung. Und manchmal auch ein klares „Das schauen wir uns lieber genauer an“.

Dafür sind wir für Sie da. Seit vier Generationen – in Duisburg und in Wittlaer. Persönlich vor Ort.


*https://www.pharmadeutschland.de/pharmawissen-fuer-alle/pharma-daten-deutschland/selbstmedikationsmarkt/


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